Leben
im Kloster Ettal
"Im Kloster ist ein Mönch nicht am Ziel
angelangt, das Kloster ist Ausgangspunkt, um sich immer neu auf Suche zu
begeben", so sieht es der 29-jährige Frater Georg. Das Mönchsleben
ist für ihn keine Flucht aus der Welt, "denn letztlich kann keiner
vor sich selber fliehen". Die Benediktinermönche in Ettal
verzichteten auf Frau und Kinder, um sich ein Leben lang an die
Klostergemeinschaft zu binden. Doch der Abt ist fest überzeugt, dass es
"für sogenannte Weltleute oft viel größere Einschränkungen im
persönlichen Leben gibt, als die Mönche in Ettal erfahren müssen".
Das Klosterleben ist mit einem erweiterten
Familienhaushalt zu vergleichen. Der Alltag der 50 Mönche beginnt morgens
um fünf Uhr mit dem Gebet in der Kirche. Fünfmal am Tag versammeln sich
die Klosterbrüder, um zu beten und die innere Ruhe zu finden. Dazwischen
warten höchst unterschiedliche Aufgaben auf sie: Bruder Josef kümmert
sich z.B. um die Bauarbeiten, andere Mönche unterrichten im Gymnasium,
oder betreuen die Internatszöglinge. In den verschiedenen
Klosterbetrieben wie Brauerei, Likörherstellung, Buchverlag und Hotel
sind noch weitere 200 Mitarbeiter aus der Region beschäftigt. Das Kloster
lebt nicht von der Kirchensteuer, sondern muss gemäß den Regeln des
heiligen Benedikt - ora et labora, bete und arbeite - selbst für seinen
finanziellen Unterhalt sorgen.
Die Mönche im berühmtesten Kloster Deutschlands
öffneten dem Filmteam auch den Klausurbereich. So wird dem Zuschauer ein
authentischer Einblick in die Welt der Benediktiner gewährt.